Am 02.09.2026 verteidigte Iris Knapp ihre Dissertation „Vom Lehrplan über Schulbuch und Lehrpersonen zu den Schüler:innen: Eine ganzheitliche Analyse sprachlicher Handlungen bei Leseprozessen im Physikunterricht in Österreich“ erfolgreich. Ihre beiden Prüfer:innen Klaus-Börge Boeckmann (PH Steiermark, Graz) und Tanja Tajmel (Concordia University, Montréal) diskutierten mit ihr wichtige Implikationen für die Schulpraxis.
Folgende Forschungsfragen wurden im Rahmen von Iris‘ Dissertation betrachtet:
- Wie und in welchem Umfang werden sprachliche Zielsetzungen im Lehrplan 2023 im Pflichtfach Physik von Schulbüchern berücksichtigt und von Lehrpersonen im Unterricht umgesetzt?
Iris zeigte, dass in den Schulbüchern für den Physikunterricht viele Texte vorhanden sind, diese aber sehr häufig ohne Leseaufgabenstellungen präsentiert werden. Zusätzlich gibt es wenig Aufgaben, die die Reproduktion des Gelesenen fordern. Ihre Lehrkräftebefragung zeigte, dass Lehrkräfte ihren sprachlichen Fokus im Physikunterricht eher auf die Wortebene setzen und dass sie die verschiedenen sprachlichen Operatoren (z.B. erklären und beschreiben) uneinheitlich verwenden.
- Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Umsetzung sprachlicher Forderungen des Lehrplans 2023 im Pflichtfach Physik in Schulbüchern und im Unterricht durch Lehrpersonen und wie kann man diesen entgegenwirken?
Lösungsansätze für die Herausforderungen bei der Umsetzung sprachlicher Forderungen des Lehrplans könnten sein: mehr Aufgaben, die Lesen und Schreiben verbinden sowie gezieltere Lehrkräfteausbildung und -fortbildung. Der Fokus soll hier auf der praktischen Umsetzung liegen. Diese kann durch die Entwicklung fachspezifischer Raster zur Konkretisierung von Operatoren und die Förderung eines positiven Umgangs mit Mehrsprachigkeit gelingen.
Wir gratulieren Iris Knapp, PhD von Herzen zu ihrem Erfolg und wünschen ihr alles Gute.